Kontakt mit der russischen Stadt Ufa erneuern

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Kontakt mit der russischen Stadt Ufa erneuern

Erstmals als OZSE-Wahlbeoachter für Deutschland war Tom Høyem, Karlsruher Stadtrat, im September bei den Parlamentswahlen in Russland im Einsatz. Nach seiner Rückkehr aus Ufa im östlichen Teil des Europäischen Russlands will der Direktor der Europäischen Schule Karlsruhe a.D. in der Fächerstadt an die verheerende Flugzeugkatastrophe von Überlingen am Bodensee im Jahr 2002 erinnern. 71 Menschen – darunter auch 49 Kinder und Jugendliche – waren bei dem Absturz am 1. Juli 2002 ums Leben gekommen. Die vielen Schulkinder aus Ufa waren bei dem Zusammenstoß des DHL-Flugzeugs mit einer russischen Tupolew-Passagiermaschine gestorben. In Ufa wurde deshalb ein Denkmal errichtet. Am dortigen Südfriedhof sind 55 der Opfer, darunter 40 Kinder und Jugendliche, bestattet.

„Meine Betroffenheit über den Tod der Fluginsassen war damals schon groß und deshalb wollte ich, gerade auch als Bürger Baden-Württembergs, bei meinem Russland-Aufenthalt auch die Gräber der jungen Opfer besuchen“, sagt Høyem, der in Karlsruhe Vorsitzender der FDP-Gemeinderatsfraktion ist. Für den dänischen Minister für Grönland a.D., der selbst auch Familienvater und Großvater ist, war es ein sehr bedrückendes Gefühl und mit starken Emotionen verbunden, die einzelnen Gesichter der verstorbenen Jugendlichen auf den Grabstein-Bildern zu sehen. „In Ufa hat man die Opfer vom Bodensee nicht vergessen.“ Auch das Denkmal sei sehr beeindruckend – 49 nachgebildete Papierflieger, die um das Denkmal kreisen, seien beim Blick darauf zu sehen. „Die 49 Papierflieger stehen symbolisch für die 49 tödlich verunglückten Kinder und Jugendlichen. Und auch dafür, dass sie Hoffnungsträger für die Zukunft waren. Hoffnungen, die mit dem Tod der jungen Leute gestorben sind.“

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„Die Verbindung zwischen Ufa und Baden-Württemberg ist heute noch eng“, sagt Høyem, der zu berichten weiß, dass Vertreter des Ufa Theaters auch schon das Badische Staatstheater in Karlsruhe besucht hätten. „Ich schlage vor, dass wir in Karlsruhe den Kontakt mit UFA wieder erneuern.“ Und weiter: „In einer Zeit, in der wir auf politischer Ebene zwischen Russland und Europa viele Spannungen haben, sind direkte, persönliche Kontakte zwischen den Menschen noch wichtiger –  so wie unser Kontakt  in Karlsruhes Partnerstadt Krasnodar.“ Man könne besonders die kulturellen Kontakte mit Fokus aufs Theater erneuern, nennt Tom Høyem ein Beispiel.

Mit starken Emotionen verbunden war für den gebürtigen Dänen auch die Tatsache, dass der beim Unfall dienstleitende und aus Dänemark stammende Fluglotse von einem Angehörigen dreier Opfer im Februar 2004 erstochen wurde. „Der Täter war ein Familienvater, der bei der Flugzeugkatastrohe seine Frau und zwei Kinder verloren hatte.“ Über die Unglücksereignisse und die Nachwirkungen bis zum Tode des Fluglotsen gibt es Verfilmungen, Dokumentationen und eine Theaterinszenierung.

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