Erstmals als Wahlbeobachter für Deutschland im Einsatz

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Erstmals als Wahlbeobachter für Deutschland im Einsatz

Am 18. September stehen in Russland die Parlamentswahlen an. In Karlsruhe interessiert das Stadtrat Tom Høyem besonders und das aus gutem Grund: dank seiner deutschen Staatsbürgerschaft kann der gebürtige Däne erstmals als Wahlbeoachter für Deutschland im Einsatz sein. Von 13. bis 21. September ist der 74-Jährige vor Ort im russischen Ufa, um gemeinsam mit anderen Wahlbeobachtern dafür zu sorgen, dass die Abstimmung fair und demokratisch verlaufen wird.

„Sehr wahrscheinlich wird mein Beobachtungsbereich Ufa, die Hauptstadt der Republik Baschkortostan im östlichen Teil Russlands, sein. Ungefähr 1.400 Kilometer von Moskau entfernt“, berichtet Tom Høyem. Ermöglicht hat ihm das jetzt die deutsche Staatsbürgerschaft, die der Wahlkarlsruher vor genau einem Jahr, im September 2015, erhalten hatte.

„Ich denke, es ist schon etwas besonderes, die Erfahrung machen zu können, Wahlbeobachter für ein anderes Land zu sein“, sagt Høyem, der im Auftrag der Dänischen Regierung weltweit schon über 20 Mal im Einsatz als OSZE-Wahlbeobachter war. In 25 Jahren war der frühere Vorsitzende des Verbands aller Wahlbeobachter Dänemarks schon in Albanien, Bosnien, Ukraine, Montenegro, Georgien, in der Demokratischen Republik Kongo und in Palästina (Gaza).

„Zum ersten Mal bin ich jetzt als Beobachter in Russland, auch wenn ich zuvor schon Karlsruhes Partnerstadt Krasnodar, St. Petersburg und Moskau besucht habe“, erläutert Høyem, der Direktor der Europäischen Schule in Karlsruhe a.D. ist. Sein Leben als Politiker in Europa, das schon die verschiedensten Ebenen umfasste – vom Amt als dänischer Minister für Grönland bis zum Grötzinger Ortschaftsratsmitglied –, und die Tatsache, dass er mehr als 30 Jahre Schulleiter in drei europäischen Ländern (Deutschland, Dänemark und United Kingdom) war, sieht er als gute Grundlage für seine neueste Aufgabe als Wahlbeobachter. Dabei gehe es nicht um Parteipolitik, sondern um Vertrauen. „Demokratie kann nur existieren, wo die Bürger bzw. die Wähler darauf vertrauen können, dass die gewählten Politiker den Wunsch der Wähler reflektieren – ganz unabhängig davon, wie das Wahlergebnis ist.

Das ZIF (Zentrum für Internationale Friedenseinsätze) ist in Deutschland für Wahlbeobachter zuständig. „Das ZIF hat mich gefragt, ob ich als Sto (Kurzzeit-Beobachter) vor Ort in Russland dabei sein möchte“, weiß Høyem zu berichten. Dies sei nur für deutsche Staatsbürger möglich. Dieses Jahr werden in Russland sowohl die Abgeordneten des Parlaments, der Staatsduma, wie auch die Parlamente von gleich 39 Regionen sowie sieben Gouverneure neu gewählt.

Noch vor seinem Aufenthalt in Ufa hat sich Tom Høyem, der Vorsitzender der FDP-Gemeinderatsfraktion in Karlsruhe ist, zur Verbindung der Stadt nach Deutschland bis in die Fächerstadt informiert: „Die Stadt Ufa pflegt einen engen Kontakt zu Baden-Württemberg.“ Die Flugzeugkollision bei Überlingen am Bodensee am 1. Juli 2002 sei mit 71 Opfern eines der folgenschwersten Flugunglücke im deutschen Luftraum gewesen. In Ufa und in Überlingen sind Gedenkstätten und auch über UNESCO wurden gute Kontakte aufgebaut. Vertreter des Ufa-Staatstheaters hätten auch schon Karlsruhe besucht.

Archivfoto: Tom Høyem bei einem seiner Wahlbeobachter-Einsätze, 2014 in der Ukraine.

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