Die Hoffnung auf Freiheit nie aufgegeben

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Die Hoffnung auf Freiheit nie aufgegeben

Schon zum siebten Mal war die Bestsellerautorin Mende Nazer in der Fächerstadt – der Filmabend „I am slave“ im Stadtmedienzentrum am Freitagabend, 24. Juni, war ergreifend und berührend zugleich.

Nicht nur der Film „I am slave“ selbst, auch Mende Nazers persönliche Schilderungen ihres Schicksals – bis zu ihrer Flucht am 11. September 2000 war sie in London versklavt und in ihren Menschenrechten massiv entwürdigt worden.

Der britische Journalist Damien Lewis verhalf ihr damals nicht nur zur Flucht, sondern überzeugte sie auch, ihr Schicksal nieder zu schreiben. Ihre Autobiografie „Sklavin“ erschien 2002 und wurde zum Bestseller.

Eigens von New York war Mende Nazer jetzt nach Karlsruhe angereist. Die Auszüge, die sie aus ihrem Buch vorlas, die Erinnerungen an das Erlebte, ließen Mende Nazer beim Lesen auch immer wieder ins Stocken geraten. Zu tief sitzt heute noch der Schock über die erlebten Misshandlungen.

Viele Interessierte nutzten die Gelegenheit, die Schriftstellerin live zu erleben, sich Mende Nazers Buch mit einer persönlichen Widmung signieren zu lassen. Und Mendes positive Ausstrahlung zu erleben und aufzusaugen. Denn auf die Frage, wie sie all die Jahre – von ihrer Familie entrissen – als Sklavin überleben konnte, antwortete Mende Nazer in der anschließenden Talkrunde mit Janan Sutherland, dem Vorsitzenden der Mende Nazer Stiftung, und seinem Stellvertreter Tom Høyem: „Ich hatte in Gedanken immer eine starke Verbindung zu meiner Familie und habe auch immer gebetet.“ Die Hoffnung, dass sie eines Tages frei sein würde, hat Mende Nazer nie aufgegeben.

Heute sind Experten überzeugt, dass 5.000 junge Frauen in London als Sklavinnen gehalten werden. In der Öffentlichkeit seien die Sklavinnen so gar nicht zu erkennen, berichtete Mende Nazer beim Filmabend. Denn dort würden sie die „Master“ freundlich behandeln.

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Für ihr heutiges Lebensziel, den Kindern in den Nuba-Bergen eine Schulbildung zu ermöglichen, hat Mende Nazer weltweit, auch in Karlsruhe, Unterstützer gefunden. Schon seit Jahren pflegt der Wahl-Karlsruher und gebürtige Däne Tom Høyem, dänischer Minister für Grönland a. D., einen engen Kontakt zu Mende Nazer – auf seine Initiative hin gründete sich vor sieben Jahren in Karlsruhe auch die Mende Nazer Foundation, deren Vorsitzender er bis ins Jahr 2015 war. Janan Sutherland, der Offizier in der kanadischen Navy ist, schilderte die beim Filmabend in Karlsruhe die Ziele der Foundation. Der Bau von Schulen im Sudan und Wasserprojekte, um den Menschen in den Nuba-Bergen Zugang zu Trinkwasser zu ermöglichen. Tom Høyems Vision sei es immer gewesen, die Foundation international aufzustellen. Das ist bisher schon gut gelungen. Alle Engagierten der Stiftung, die aus den verschiedensten Ländern kommen, seien nicht nur Profis, sondern auch ehrenamtlich im Einsatz, erklärt Sutherland.

Der Filmabend war eine Kooperationsveranstaltung der Mende Nazer Foundation, des Filmboard Karlsruhe e. V. und des Stadtmedienzentrums Karlsruhe am LMZ.

Spenden für die internationale Mende Nazer Stiftung (www.mendenazer.org) sind willkommen.

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