Wahlbeobachtereinsatz bei den vorgezogenen Präsidentschaftswahlen in Aserbaidschan

Wieder in Mazedonien als Wahlbeobachter im Einsatz
26. Oktober 2017
Zeige alle

Wahlbeobachtereinsatz bei den vorgezogenen Präsidentschaftswahlen in Aserbaidschan

Im Auftrag des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland reist Tom Høyem am Samstag, 7. April, als Wahlbeobachter für die OSZE, Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit, nach Aserbaidschan. In dem vorderasiatischen Land am Kaspischen Meer und Binnenstaat, der im Norden an Russland und im Süden an den Iran grenzt, finden am 11. April vorgezogene Präsidentschaftswahlen statt. Präsident Ilham Aliyev kandidiert zum vierten Mal.

Für Tom Høyem erneut ein ehrenamtlicher Auftrag als Wahlbeobachter, bei dem er dieses Mal in Aserbaidschan eingesetzt ist, um gemeinsam mit anderen Engagierten zu beobachten, ob die Abstimmung frei und fair verläuft.

„Es ist wichtig, dass wir aus der Westlichen Welt unseren Fokus nicht nur auf Russland richten“, sagt Tom Høyem, der Fraktionsvorsitzender der FDP-Fraktion in Karlsruhe ist, und begründet gleichzeitig: „Die früheren Sowjetrepubliken  wie Aserbaidschan finden ihre eigenen Identitäten und viele dieser ‚neuen Länder‘ sind für Kooperationen mit uns – unter den neuen Bedingungen in der Welt – offen.“ Was neue Möglichkeiten mit sich bringe, „denen wir hohe Priorität geben sollten“, so Tom Høyem. „Baku, Hauptstadt Aserbaidschans, ist der östlichste Punkt Europas und steht in engem Kontakt mit Deutschland“, erklärt der überzeugte Europäer. „Für uns ist das Land der wichtigste Wirtschaftspartner im Kaukasus und Gas und Rohöl von Aserbaidschan sind wichtig für Deutschland.“ Eintausend Studenten des Staates würden in Deutschland studieren und als Verbindung zwischen den beiden Ländern eine bedeutende Rolle spielen. „Aserbaidschan ist aber auch eine Art Spiegel der Entwicklung in diesem mit Spannungen belegten Gebiet“, blickt Tom Høyem auf Iran, Türkei, Armenien, Georgien und auch die Region Bergkarabach im Kaukasus.

Doch Aserbaidschan ist auch Mitglied des Europarates in Straßburg. „Ein oft umstrittenes Mitglied“, so Tom Høyem, „bedingt durch Korruptions- und Manipulationsvorwürfe in der so genannten ‚Kaviar-Diplomatie‘“. Vorwürfe habe es schon bei früheren Wahlen gegeben, diese sollen nicht frei und fair verlaufen seien. „Es ist genau unsere Aufgabe, diesen Prozess zu beobachten und als Wahlbeobachter eine Bewertung abzugeben“, sagt Tom Høyem, der als Wahlbeobachter in mehr als 20 Jahren bis jetzt schon 26 Missionen im Auftrag Dänemarks und im Auftrag Deutschlands erfüllt hat. „Das erste Mal war ich 1997 in Bosnien“, berichtet der gebürtige Däne, der auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Seitdem war der frühere Vorsitzende des Verbands aller Wahlbeobachter Dänemarks schon in vielen Ländern – in Albanien, Bosnien, Ukraine, Montenegro, Georgien, in der Demokratischen Republik Kongo, in Palästina (Gaza) und in Russland – im Einsatz.

 

Es können keine Kommentare abgegeben werden.