Wieder als Wahlbeobachter in Albanien

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Wieder als Wahlbeobachter in Albanien

Ein Einsatz als OSZE-Wahlbeobachter in Albanien ist für Tom Høyem, Karlsruher Stadtrat, alles andere als neu. Doch bei den Parlamentswahlen in dem südosteuropäischen Staat am 25. Juni wird der Direktor der Europäischen Schule Karlsruhe a.D. für Deutschland, statt wie in den Vorjahren im Auftrag der dänischen Regierung, vor Ort sein. Genau vor 20 Jahren, 1997, war der gebürtige Däne Tom Høyem erstmals als OSZE-Wahlbeobachter für Dänemark in Albanien zu Gast.

„Dies wird mein 24. Einsatz als Wahlbeobachter und der dritte für Deutschland sein“, bilanziert Tom Høyem, der durch seine deutsche Staatsbürgerschaft, die er im September 2015 bekommen hat, für Deutschland eingesetzt ist. Um gemeinsam mit anderen OSZE-Vertretern zu beobachten, dass Wahlen fair, frei und demokratisch verlaufen, ist der gebürtige Däne schon viele Male eigens nach Albanien gereist. In mehr als 25 Jahren war der frühere Vorsitzende des Verbands aller Wahlbeobachter Dänemarks aber auch noch bei Abstimmungen in Bosnien, Ukraine, Montenegro, Georgien, in der Demokratischen Republik Kongo und in Palästina (Gaza) dabei. In Albanien beobachtete er beispielsweise im Mai 2011 die landesweiten Kommunalwahlen in der Hauptstadt Tirana mit. „Die Situation auf dem Balkan kenne ich sehr gut, als Wahlbeobachter war ich auch in Nachbarländern wie Bosnien, Montenegro und bei den letzten umstrittenen Parlamentswahlen im Dezember 2016 in Mazedonien. Die Aufgabe für die OSZE nahm er im September 2016 auch bei den Parlamentswahlen in Russland wahr.

„Die Stabilität in Albanien ist sehr wichtig, wenn wir neue Konflikte auf dem Balkan vermeiden und für eine friedliche Entwicklung dort sorgen wollen“, sagt Tom Høyem, der gleichzeitig zu bedenken gibt: „Europa darf die Bevölkerung in Albanien nicht vergessen.“ Etwa die Hälfte der Albaner lebe verstreut in verschiedenen Ländern, wie beispielsweise in Mazedonien, Serbien, Montenegro und Kosovo. „Das Gespenst Großalbanien könnte viel Unruhe auf den Balkan bringen“, blickt Tom Høyem auf die derzeitige Situation der Balkan-Länder, die auch EU-Beitrittskandidaten sind. „Die Wahlen am 25. Juni werden nicht nur auf dem Balkan, sondern in ganz Europa verfolgt.“ Vor allem, ergänzt Tom Høyem, nach der jüngsten Wahl in Kosovo, wo die nationalistischen Parteien mit früheren Führern aus den Balkankriegen einen Mehrheitssieg errungen und offen über ein Großalbanien als Option gesprochen hätten.

Auf seine Albanienreise blickt Tom Høyem jetzt schon mit einer besonderen Erinnerung: „Meine ersten Erfahrungen in Albanien, von 1997 an, habe ich in einem Gedicht zum Ausdruck gebracht, das ich in Deutsch, Englisch und Dänisch veröffentlicht habe. In Form eines Briefes erinnere ich darin an George Kastrioti, genannt Skanderbeg, der heute noch als albanischer Nationalheld gefeiert wird.“

 Das Gedicht von Tom Høyem lesen Sie hier im pdf: Gedicht

Foto: Archiv

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