Mende Nazer Foundation: Karlsruher Stiftungs-Initiative wird international

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Mende Nazer Foundation: Karlsruher Stiftungs-Initiative wird international

Schon vor acht Jahren hat Tom Høyem, Stadtrat und ehemaliger Direktor der Europäischen Schule Karlsruhe, die Mende Nazer Foundation (MNF) (www.mendenazer.org) in Karlsruhe initiiert. Den Sprung in internationale Stiftungsgewässer hat die lokale Initiative jetzt in London gemacht: Die britische Politikerin Baroness Caroline Anne Cox bekanntes Mitglied des House of Lords ist der Vorstandschaft der Mende Nazer Foundation offiziell beigetreten.

Zur MNF-Vorstandssitzung am 10. Juni 2017 im Londoner Royal Overseas Club hatten sich neben Tom Høyem auch die MNF-Vorstandsmitglieder Dr. Sabine Röser, Dr. Jacqueline Ribeiro, Angela Wipper und Dr. Henning Huffer aus Karlsruhe eigens auf den Weg gemacht. „Ich bin glücklich und stolz darauf, dass unsere Karlsruher Initiative jetzt international wird“, würdigte Tom Høyem, stellvertretender Stiftungsvorsitzender, das Engagement aller Beteiligten. Die Stiftung sei im Begriff, sich in Großbritannien, Kanada und in Deutschland zu etablieren. Und das mit bekannter Unterstützung aus United Kingdom (UK), da Baroness Caroline Anne Cox jetzt auch Teil der MNF-Vorstandschaft geworden ist.

Die britische Politikerin ist bei Hilfsprojekten im Sudan schon seit Jahren engagiert und in den Nuba-Bergen als „Mutter Sudan“ bekannt. „Die aktuellste Hilfsmission mit Baroness Cox war sehr erfolgreich“, resümierte Tom Høyem im Rahmen der Vorstandssitzung, bei der Baroness Cox auch über die Hilfsaktion im vergangenen Januar mit Mende Nazer und Stiftungsmitglied Caroline Clegg berichtete. Mit Spendengeldern, medizinischen Hilfsgütern und ausgeklügelten Strategien für den Aufbau eines langfristigen Entwicklungsplans im Gepäck war die Gruppe gemeinsam in die Nuba-Berge und die Bhar-El-Ghazal Region gereist.

„Die Nuba-Region braucht Unterstützung und steht im Mittelpunkt unserer Interesses“, betonte Tom Høyem, der in London erneut zum stellvertretenden Stiftungs-Vorsitzenden wieder gewählt wurde. Der Wahl-Karlsruher pflegt schon seit vielen Jahren engen Kontakt zur Bestseller-Autorin Mende Nazer, deren Autobiographie über ihr Schicksal als sudanesische Sklavin in 36 Sprachen übersetzt worden ist. Für ihr Lebensziel, den Kindern in den Nuba-Bergen eine Schulbildung zu ermöglichen, hat Mende Nazer nicht nur in der Fächerstadt, sondern weltweit Unterstützer gefunden.

„Wir sorgen uns zutiefst um die Menschen in der Nuba-Region und sind vom Erfolg unserer jüngsten humanitären Mission weiter ermutigt worden“, bilanzierte Janan Sutherland, Vorsitzender der Mende Nazer Foundation, in London. Der Offizier in der kanadischen Navy hatte schon 2009 gemeinsam mit anderen Helfern die erste Bildungseinrichtung in dem nordostafrikanischen Staat gebaut. Der Einsatz im Januar 2017 war laut Sutherland dank der Kooperation mit erfahrenen und engagierten Leuten möglich geworden. „Durch die Ausweitung unserer Mitgliedschaften und wenn wir immer mehr Brücken bauen, werden wir unser Wachstum und unseren Erfolg weiter sichern“, zeigte sich Janan Sutherland überzeugt.

„Die Nuba-Bevölkerung verdient, wie alle Menschen, Gerechtigkeit, Gleichheit und Frieden“, hob Baroness Cox hervor. „Ich freue mich sehr über die Arbeit, die die Stiftung bisher geleistet hat, um Leid zu lindern und um eine Zukunft voller Hoffnung zu schaffen.“ Sie sei stolz, sagte Baroness Cox, und fühle sich geehrt, als Stiftungsmitglied jetzt ein Teil dessen zu sein. „Ich bin zuversichtlich, dass die MNF die richtigen Akteure und Werte hat, um ihre Ziele weiter zu erreichen.“

„Auch der jetzige Direktor der Europäischen Schule Karlsruhe (ESK), Daniel Gassner, ist Vorstandsmitglied der Stiftung“, freut sich Tom Høyem über die Tatsache, dass auch sein Nachfolger an der Europäischen Schule Karlsruhe voll und ganz hinter dem Einsatz für die MNF steht. Schon seit der Stiftungsgründung seien ESK-Eltern in der Vorstandschaft engagiert und seitdem schon viele Geldspenden in der ESK gesammelt worden. Im Rahmen eines Rathausempfangs wurde Mende Nazer im Jahr 2014 auch persönlich von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup geehrt.

Mende Nazers Geschichte: Von der Sklavin zur freien Bestseller-Autorin

Mende Nazer, die heute in New York lebt, reist um die ganze Welt, um ihre Lebensgeschichte von der Sklavin zur freien Bestseller-Autorin zu erzählen. Etwa als zwölfjähriges Mädchen war sie in Nuba im Sudan nach einem Militärüberfall entführt, massenvergewaltigt und in der Hauptstadt Khartoum an einen Sklavenhändler verkauft worden. Acht Jahre lang blieb die Heranwachsende eingesperrt.

Tag ein, Tag aus ertrug sie körperliche Gewalt, arbeitete rund um die Uhr. An die Frau eines sudanesischen Botschafters in London weitergegeben, blieb Mende Nazer dort bis zum Tag ihrer Flucht am 11. September 2000 versklavt und in ihren Menschenrechten entwürdigt. Der britische Journalist Damien Lewis verhalf ihr damals nicht nur zur Flucht, sondern überzeugte sie auch, ihr Schicksal nieder zu schreiben. Ihre Autobiografie „Sklavin“ erschien 2002 und wurde zum Bestseller.

Über die Mende Nazer Foundation

In der Vorstandschaft der Stiftung „Mende Nazer Foundation“ sind neben Gründerin Mende Nazer folgende Mitglieder aktiv: Vorsitzender Janan Sutherland (Kanada), Stellvertretender Vorsitzender Tom Høyem (Dänemark), Dr. Sabine Röser (Karlsruhe), Dr. Jacqueline Ribeiro (Karlsruhe), Daniel Gassner, Direktor der Europäischen Schule Karlsruhe (ESK), Dr. Ulrike Heiden (Karlsruhe), Caroline Clegg (United Kingdom), Dr. Henning Huffer (Karlsruhe) und Angela Wipper (Karlsruhe).

 

 

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